Hallo ihr Lieben!
Nun bin ich schon seit 4 Wochen in
Bolivien - wie die Zeit doch fliegt - und finde endlich mal Zeit,
mich zu melden!
Wir sind gut in Cochabamba angekommen und fühlen uns hier sehr
wohl! In den ersten Tagen hatten wir viel Zeit, um uns erstmal das
Heim und die Stadt hier anzugucken. Außerdem waren unsere Vorgänger,
Anna und Maike, noch ein paar Tage hier und konnten uns alles zeigen.
Das Grundstück der Aldea ist richtig groß! Es gibt 8 Häuser, in
denen die Wohngruppen leben. Insgesamt gibt es 14 Gruppen, also in
jedem Haus leben ca. 2 Gruppen. In jeder Gruppe leben mit den Kindern
die sogenannten "Tias", die die Kinder betreuen. Außerdem
befinden sich auf dem Gelände noch der Kindergarten und die Schule.
Kathi, Thorben und ich wohnen in einer Wohngruppe mit 4 Mädels,
die um die 18 sind. In dem Haus befinden sich der Wohnbereich, eine
Küche, 3 Badezimmer und die Zimmer, in denen die Mädels und wir
wohnen. Wir haben quasi 2 Durchgangszimmer. Kathi und ich teilen uns
ein Zimmer und müssen erst durch Thorbens Zimmer durch, um in unsers
zu kommen und nochmal durch eine Tür, um in unser Bad zu kommen. Am
Anfang bestand unser Zimmer aus 2 Betten, einem Regal (in das die
Klamotten nur längs reinpassen), einem kleinen Schrank und einer
Deckenlampe, die man auch im Gefängnis ausfindig machen könnte.
Unsere Sachen haben natürlich vorne und hinten nicht ins Zimmer
gepasst, weshalb unsere Koffer immer noch offen im Zimmer stehen.
Mittlerweile haben wir noch einen Schreibtisch dazu bekommen und
Thorben und der Hausmeister haben uns Leinen über den Betten
angebracht, an denen jetzt Fotos hängen, sodass wir es uns hier
schon ein bisschen gemütlicher machen konnten! Leider ist es hier im
Haus immer richtig kalt, weil keine Sonne darauf scheint. Nicht nur
nachts, sondern auch tagsüber, sitzen wir hier oft mit Pulli und
Decke und sind auch alle schon erkältet. In der Stadt ist es
tagsüber aber immer richtig angenehm warm - manchmal sogar heiß.
Insgesamt fühlen wir 3 uns in dem Haus aber wohl, da hätte es uns
schlimmer treffen können. Obwohl, als Kathi und ich noch keine
Klobrille auf der Toilette hatten, unsere Dusche nur kaltes Wasser
hatte und ein fremder Rasierer in unserer Dusche lag, da habe ich mir
für einen kleinen Moment schon ein deutsches Bad gewünscht. Jetzt
funktioniert aber Gott sei Dank alles! :)
Das Heim leitet Petra, eine Deutsche, mit der wir uns sehr gut
verstehen und wichtige Dinge gut und schnell auf deutsch mit ihr
klären können, das ist sehr praktisch! Sie wohnt mit ihren 3
Töchtern auch auf dem Aldea-Gelände.
Meine Arbeitswochen im letzten Monat sahen folgendermaßen aus:
Von Montags bis Donnerstags arbeiten Kathi und ich jeweils in
einer festen Gruppe, die wir wöchentlich tauschen. In den beiden
Gruppen leben jeweils ca. fünfzehn 2-6 jährige Kinder, die Tia und
2 größere Mädels, die der Tia im Alltag helfen und ein
Geschwisterkind in der Gruppe haben. Um 12 Uhr beginnt unser
Arbeitstag, indem wir entweder die Kinder aus dem Kindergarten
abholen oder das Essen aus der Küche. Wo wir gerade beim Essen sind
- daran muss ich mich definitiv noch gewöhnen. Als Vorspeise gibt es
immer eine Suppe, in der unten drin die Knochen und das Fleisch von
irgendwelchen Tieren (die Tias wissen oft selber nicht was es ist,
vielleicht auch besser so..) schwimmen. Als Hauptspeise gibt es
meistens Reis, Fleisch und Salat oder auch mal Nudeln - immer kalt.
Kuhmagen und Hühnerfüße gibt es manchmal auch, davor konnten wir
uns aber Gott sei Dank drücken! Die Kinder müssen alles aufessen
hier & sie bekommen wirklich randvolle Teller! Dafür trinken sie
leider viel zu wenig.
Wenn die Kinder mit dem Essen fertig sind, müssen wir ihnen die
Zähne putzen. Die meisten können das schon alleine und wollen
immer, dass man auf Spanisch, Englisch oder sogar auch mal auf
Deutsch solange zählt, wie sie die Zähne putzen sollen - das ist
total süß! Leider haben die Kinder aber auch sehr, sehr schlechte
Zähne hier, da haben wir uns erstmal erschrocken, als wir in ihre
Münder geschaut haben.
Nach dem Zähneputzen machen die Kleinsten
einen Mittagsschlaf und die anderen erledigen ihre Hausaufgaben,
spielen oder schauen fern. Mit den Hausaufgaben das ist hier auch so
eine Sache. An manchen Tagen sitzen wir 2-3 Stunden mit den Kindern
daran, weil sie soviel aufhaben und total überfordert sind. Sie
müssen ganze Sätze schreiben können und sich Geschichten ausdenken
- und das mit 2-6! Manchmal haben Kathi und ich mittags noch eine
kurze Pause, aber das ist von Tag zu Tag unterschiedlich. Nach den
Hausaufgaben gehen wir dann mit den Kindern auf den Spielplatz,
darauf freuen sie sich immer sehr! Kathi und ich haben nur jedes Mal
wieder Angst, dass etwas passiert, weil einige Spielgeräte schon
ziemlich kaputt sind. Jeden bis jeden zweiten Abend werden die Kinder
geduscht - und die Köpfe nach Läusen untersucht! Leider finden wir
jedes Mal Läuse bei den Kindern - sie werden hier aber auch nur
rausgekämmt und nicht wirklich behandelt. Ein Wunder, dass Kathi und
ich noch keine Läuse haben - glauben wir zumindest..
Nach dem Abendessen putzen wir den Kindern wieder die Zähne und
oft schauen sie dann noch fern. Gegen 8 bringen wir sie dann in's
Bett. Die Mädchen und Jungs teilen sich jeweils ein Zimmer, also es
schlafen um die 7 Kinder in einem Zimmer.
In der einen Gruppe müssen die Kinder vor dem Schlafengehen noch
um's Haus rennen, damit sie müde werden und uns fangen. Das ist
vielleicht lustig, wenn einem dann 15 kleine Kinder hinterherrennen!
- und verdammt anstrengend bei der dünnen Luft hier oben!
Gegen 8, manchmal auch halb 8 oder halb 9, endet unser Arbeitstag
und wir fallen totmüde in's Bett! Mir macht die Arbeit mit den
Kindern riesigen Spaß, aber gerade jetzt am Anfang, wo ich noch
nicht viel Spanisch verstehe und immer genau überlegen muss, was ich
sage, ist es auch total anstrengend!
Thorben arbeitet nicht wie Kathi und ich in den Gruppen. Er
hilft morgens dem Hausmeister und nachmittags betreut er die Kinder
in der Bibliothek und gibt ihnen Nachhilfe. Dadurch haben wir leider
total verschiedene Arbeitszeiten und können unter der Woche nichts
zusammen unternehmen.
In den letzten 4 Wochen hatten wir 3 Freitags und Samstags immer
frei, da wir die Kinder Sonntags in die Gefängnisse zu ihren Eltern
bringen mussten. Von den Besuchen berichte ich beim nächsten Mal
dann mehr! Im nächsten Monat übernehmen die Tias die
Gefängnisfahrten, sodass wir normal Samstags und Sonntags frei
haben.
Am Wochenende fahren wir meistens in die Stadt oder treffen uns
mit Leonie, Hanna und My, die auch hier in Cochabamba von SMMP ihren
Freiwilligendienst absolvieren - allerdings in anderen Projekten.
In die Stadt kommt man am schnellsten mit den sogenannten Trufis,
das sind Autos oder Bullis, die feste Strecken in der Stadt abfahren,
sie kosten umgerechnet ca. 15-20 Cent. Oftmals muss man sich sehr
hinein quetschen mit 8-15 Leuten + Fahrer, das kann sehr lustig sein.
Da man sich hier ja nicht anschnallt und in überfüllten Autos
sitzt, muss man sich bei dem bolivianischen Fahrstil schon das ein
oder andere Mal gut festhalten.
Generell ist hier fast alles viel günstiger als in Deutschland.
Wasser, Joghurt, Milch etc. wird hier gerne in Tüten verkauft - gibt
es aber auch in Plastikflaschen! Auf den Straßen gibt es an jeder
zweiten Ecke kleine 'Tiendas', in denen man die nötigsten Dinge von
Getränken über Eis, Süßigkeiten und Brot bis hin zu Klopapier
bekommt. Sehr schön ist, dass hier noch viele Cholitas - Frauen, die meist indigener Herkunft sind und noch ihre traditionellen Kleider tragen - auf der Straße herumlaufen und z.B. frischgepressten
Orangensaft, Kaugummis oder Popcorn verkaufen. Leider sitzen aber oft
auch die Kinder mit ihren Müttern am Straßenrand und helfen beim
Verkaufen.
So, ich hoffe, ich konnte euch mit meinem ersten Post schon mal
ein wenig an meinem Leben hier in Cochabamba teilhaben lassen! Nähere
Eindrücke folgen in den nächsten Tagen/Wochen.
Insgesamt bin ich total froh hier zu sein, auch wenn ich meine
Familie und Freunde natürlich schon sehr vermisse, aber da ich
Thorben und Kathi an meiner Seite habe, macht es das für mich sehr
viel leichter! :) Ich bin gespannt auf die nächsten 11 Monate und
hoffe, dass sie genauso ereignisreich werden, wie die ersten 4 Wochen
in meiner neuen Heimat.
Bis bald,
eure Sophie
Sonntag, 30. August 2015
Hallihallo :)
Hallo! Mein Name ist Sophie, ich bin 18 Jahre alt und seit dem 03. August befinde ich mich zusammen mit meinen 2 Mitfreiwilligen Kathi und Thorben im schönen Cochabamba in Bolivien. In der Aldea de Niños Cristo Rey werde ich für ein Jahr meinen Freiwilligendienst absolvieren, an den ich über die Organisation der Schwestern der Heiligen Maria Magdalena Postel gekommen bin. (https://missionare-auf-zeit.smmp.de/)
Bei der Aldea handelt es sich um ein Kinderheim, in dem Kinder leben, deren Eltern im Gefängnis sind. Unsere Aufgabe wird es sein, bei der Betreuung der Kinder im Alltag mitzuhelfen. Momentan leben hier 188 Kinder im Alter von 2 - 18 Jahren.
Falls ihr Lust habt, euch auch die Blogs von den anderen MaZ von SMMP anzuschauen, habt ihr dazu hier die Möglichkeit:
Kathi in Bolivien: https://kathiworldwide.wordpress.com/
My in Bolivien: http://myontour.blogspot.com/
Johanna in Brasilien: https://johannabrasilien.wordpress.com/
Paula in Mosambik: http://paulainmosambik.blogspot.com/
Bei der Aldea handelt es sich um ein Kinderheim, in dem Kinder leben, deren Eltern im Gefängnis sind. Unsere Aufgabe wird es sein, bei der Betreuung der Kinder im Alltag mitzuhelfen. Momentan leben hier 188 Kinder im Alter von 2 - 18 Jahren.
Falls ihr Lust habt, euch auch die Blogs von den anderen MaZ von SMMP anzuschauen, habt ihr dazu hier die Möglichkeit:
Kathi in Bolivien: https://kathiworldwide.wordpress.com/
My in Bolivien: http://myontour.blogspot.com/
Johanna in Brasilien: https://johannabrasilien.wordpress.com/
Paula in Mosambik: http://paulainmosambik.blogspot.com/
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